>Im Geklüfft< – Zum 200. Todestag von Heinrich von Kleist

Szenische Lesungen aus Prosa, Gedichten, Briefen, Schriften und Dramen mit Studenten der Berliner Hochschule für Schauspielkunst >Ernst Busch<

Der berühmte Oderfrankfurter war in zahlreiche Charaktere aufgesplissen: fordernd und impulsiv, direkt und unangenehm, intensiv und radikal, exzessiv und hybrid, beharrend und unsicher, drastisch und konsequent. So außerordentlich seine Person, so exzeptionell waren seine Unternehmungen: Heinrich von Kleist betrieb seine Ideen für ein U-Boot genauso wie für eine Lasterschule, er wollte eine Boulevardzeitung und einen Bio-Bauernhof, er war Militärreformer und Finanzspezialist, reitender Terrorist und Liebesvisionär. Vor allem aber war er der Dramatiker einer Physiognomie der Gefühle: Noch der äußerste Affekt wurde zum Ton, zur punktgenauen Sprache, die die Kraft hatte, die Zeit aufzureißen und diese darin zu erfassen.        
Aber ist das Multitalent auch jemand, der den Jungen heute noch etwas zu sagen hat? Sind seine sprachlichen Schlachtfelder, ist sein Vers noch etwas, was angeht? Wer ist Kleist, was von seinen poetischen Krisen-Obsessionen rettet sich ins dramatische Jetzt? Zweiundzwanzig Ernst-Busch-Studenten haben Feuer gefangen und versuchen’s mit Kleist.

 
 
Samstag, 25. Juni 2011, 15 Uhr
In der Kulturkirche in Luckau: Kleist als U-Boot-Fahrer
   
   
 
Samstag, 16. Juli 2011, 15 Uhr
Haus des Gastes Bad Liebenwerda: Kleist als Krisenspezialist
 
     
 
Sonntag, 24. Juli 2011, 15 Uhr
Historischer Rathaussaal Ortrand: Kleist als Terrorist
 
   
 
Sonntag, 21. August 2011, 15 Uhr
Alte Schule Neu Zauche: Kleist als Seelengrammatiker
 
   
 
Samstag, 3. September 2011, 15 Uhr
Standesamt Golßen: Kleist als Sprachexperimentator

Studierende:
Esther Agricola, Iris Becher, Konstantin Buchholz, Hauke Diekamp, Bertram Gärtner, Josepha Grünberg, Pascal Houdus, Fabian Jung, Florian Kroop, Elisabeth Lehmann, Svenja Liesau, Christin Nichols, Elena Nyffeler, David Pakzad, Moritz Peschke, Kilian Ponert, Peter Posniak, Christian Schneeweiß, Moritz Schulze, Aram Tafreshian, Natalie Thieder, Constanze Wächter

Leitung:
Prof. Ines Geipel

 
     
 

>Die Ungerechtigkeit ist überall vom Verschwinden bedroht<
Sonderlesung mit Harald Martenstein

 
 
Sonntag, 10. Juli 2011, 15 Uhr

Mehrzweckhalle Gramzow

 

Harald Martenstein ist Kult. Geboren 1953 und als Nacktschneckenaufspießer im nahen Gerswalde zu Hause, ist er Autor der Kolumne >Martenstein< im >ZEITmagazin< und Redakteur beim >Tagesspiegel<. Mit seinem windschiefen Blick auf Nebensäch- und Alltäglichkeiten öffnet der poetische Bösewicht ganz nebenbei den Horizont der großen Lebensfragen.
2004 erhielt er den Egon-Erwin-Kisch-Preis. Sein Roman >Heimweg< wurde im September 2007 mit der Corine ausgezeichnet, 2010 erhielt er den Curt-Goetz-Ring. Außerdem erschienen seine Kolumnensammlungen >Männer sind wie Pfirsiche. Subjektive Betrachtungen über den Mann von heute mit einem objektiven Vorwort von Alice Schwarzer< und >Der Titel ist die halbe Miete. Mehrere Versuche über die Welt von heute<.

 

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