Regensburger Domspatzen


„Einer der berühmtesten Chöre der Welt“, schrieb Papst Paul VI., als er den Regensburger Domspatzen 1976 zur Tausendjahrfeier gratulierte. Und in der Tat: Mit zahlreichen und erfolgreichen Konzerten konnten sich die Regensburger Domspatzen an vielen Orten der Welt in die Herzen ihrer Zuhörer singen. Regelmäßige CD-Aufnahmen und die Präsenz in Rundfunk und Fernsehen verhalfen den singenden „Spatzen“ aus Regensburg ebenfalls zu ihrem hohen Bekanntheitsgrad und hervorragenden Ruf – weit über die Grenzen Regensburgs und Deutschlands hinaus. Ein Domspatz zu sein ist etwas ganz Besonderes. Jeder, der sich einmal zu diesem berühmten Chor zählen durfte, wird sich zeit seines Lebens immer wieder gerne an die zahlreichen Eindrücke und unvergesslichen Erlebnisse erinnern, die einem Regensburger Domspatzen zuteil werden.

 
 

Die Domspatzen sind ein nicht mehr wegzudenkender Aktivposten im Regensburger Kulturleben. Durch den Beifall und die Anerkennung, die sie regelmäßig bei ihren Auftritten ernten, sind die singenden Knaben längst zu einer der bekanntesten Sehens- bzw. „Hörenswürdigkeiten“ Regensburgs geworden. Wegen der vielen ausgedehnten Konzertreisen werden die Domspatzen „Singende Botschafter der Stadt“ genannt. Hervorzuheben sind Konzertreisen in die USA, nach Kanada und Japan, aber auch nach Hongkong, Taiwan, die Philippinen und Südkorea. Selbstverständlich sind die reiselustigen Regensburger auch in allen europäischen Ländern zu Hause. Die Domspatzen werden überall herzlich aufgenommen. Die Konzertkleidung bei den weltlichen Auftritten steht ihnen genauso gut wie der Chorrock beim liturgischen Dienst im Dom St. Peter. Vom Gregorianischen Choral bis hin zur Musik unserer Tage – das Repertoire an geistlichen und weltlichen Chorwerken ist breit gefächert. Wahrscheinlich ist es diese ausgewogene Mischung, die die Domspatzen neben ihren ausgezeichneten sängerischen Leistungen so einmalig macht.
1976 konnten die Domspatzen ihr 1000-jähriges Bestehen feiern, denn im Jahre 975 trennte Bischof Wolfgang das Bistum von der Abtei St. Emmeram und bezog mit den Scholaren Wohnung im „Alten Bischofshof“. Seit dieser Zeit gibt es eine Domschule, die sich schon bald zu einer hochangesehenen Bildungsstätte entwickelte. Zu den wichtigsten Aufgaben ihrer Schüler gehörte die liturgische Gestaltung der Gottesdienste in der Domkirche. Das heutige „Nest“ der Regensburger Domspatzen ist das Vermächtnis von Dr. Theobald Schrems, der von 1924 bis 1963 als Regensburger Domkapellmeister wirkte. Vor über 40 Jahren hat er das gemeinsame Haus für Schule, Internat und Chor ins Leben gerufen – und damit die Voraussetzung für das heutige hohe Niveau der Domspatzen geschaffen. Ab 1964 übernahm Georg Ratzinger, der Bruder von Papst Benedikt XVI., die Leitung des Chors. In seiner 30-jährigen Amtszeit konnte er den international guten Ruf der Domspatzen festigen und ausweiten. Er prägte den typisch weichen, natürlichen „Regensburger Klang“. Georg Ratzinger übergab Deutschlands ältesten Knabenchor in bester Verfassung an seinen Nachfolger Roland Büchner – für einen erfolgreichen Start in ein neues Jahrtausend.

So, 18. Juli, Oberkirche St. Nikolai Cottbus

   

 

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