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Midori
Midori ist eine der ganz großen Geigerinnen unserer Tage. Ihre Künstlerpersönlichkeit darf man wohl getrost als einmalig bezeichnen: eine Denkerin mit gesellschaftlichem Engagement und Psychologiestudium, gerühmt für die atemberaubende, intensive musikalische Zwiesprache mit ihrem Publikum, unermüdlich rund um den Erdball unterwegs zu den großen Orchestern, Kammermusikpodien und ihren sozialen Projekten.
Unter den Highlights der laufenden Saison ist wieder ihr Projekt Music Sharing, das sie zum vierten Mal in der Mongolei durchführt; außerdem eine Japan-Tournee mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie Konzerte in Sydney und Neuseeland. Die Spielzeit beginnt Midori mit Auftritten bei den Hamburger Philharmonikern unter Simone Young, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München und Paris unter Mariss Jansons, sowie in Łódź und Krakau. Im Laufe der Saison spielt sie u.a. außerdem mit dem London Symphony unter Sir Colin Davis, dem Atlanta Symphony unter Lothar Zagrosek und gibt eine Reihe von Rezitalen in ganz Europa, darunter Düsseldorf, Dublin, Budapest und Den Haag, um nur einige zu nennen.
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Midori wurde 1971 in Osaka geboren und begann bereits im frühesten Alter, Geige zu spielen, zuerst unter der Anleitung ihrer Mutter. 1982, als Zubin Mehta sie das erste Mal spielen hörte, lud er sie als Überraschungssolistin für das traditionelle Silvesterkonzert des New York Philharmonic ein, bei welchem sie standing ovations erhielt und das den Grundstein für eine großartige Karriere legte. Midori lebt in Los Angeles. 2000 schloss sie ein Studium der Psychologie und Gender Studies mit dem Bachelor an der New York University ab, dem 2005 der Magistertitel in Psychologie folgte. Midori spielt eine Guarnerius del Gesù „ex-Huberman“ von 1734, die ihr von der Hayashibara Stiftung lebenslänglich zur Verfügung gestellt wird.
Ihre erste Aufnahme machte Midori mit 14 Jahren für Philips: Werke von Bach und Vivaldi mit dem St. Paul Chamber Orchestra unter Pinchas Zukerman. Seit 1988 nimmt sie exklusiv für Sony Classical auf. Dort wurde Anfang 2008 ihre neue CD mit Sonaten von Bach und Bartók veröffentlicht, im Juli folgte ihre neue CD „Essential Midori“. 2003 wurde ihre Live-Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern unter Mariss Jansons mit den Violinkonzerten von Bruch und Mendelssohn veröffentlicht – diese Aufnahme erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, ebenso wie ihre CD von 2002 mit Robert McDonald, „French Sonatas“. Auf der ersten SACD, die Sony jemals herausgebracht hat, ist Midoris Einspielung der Sinfonia Concertante von Mozart mit dem NDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Christoph Eschenbach zu hören. 2002 erschien Sonys Beitrag zu Midoris 20-jährigem Bühnenjubiläum. Auch die Liveaufnahme ihres Carnegie-Hall-Debüts von 1990 ist auf einer Sony-CD zu hören.
Weiterhin führt Midori ihr Engagement für verschiedene gemeinnützige Organisationen fort. Sie ist der festen Überzeugung, dass Menschen, egal welcher Herkunft oder welchen Alters, der Zugang zur Musik ermöglicht werden muss. Im September 2007 ernannte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, Midori zur Botschafterin des Friedens.
Die erste Organisation, die sie in Reaktion auf die Kürzungen im musikpädagogischen Bereich an den Schulen in New York City gründete, war 1992 Midori & Friends – über 160.000 Kinder konnten in den letzten Jahren bereits von diesem Programm profitieren. Midori & Friends bietet Kindern, denen sonst keine Verbindung zur Kunst ermöglicht würde, musikalische Bildung (inklusive Instrumentalunterricht und Musiktheorie), Konzerte und Workshops. Midori sowie Musiker aus anderen Sparten, wie z. B. Jazz-Musiker, afrikanische Trommler, chinesische Flötisten, treten in vielen dieser Schulen auf. Neuerdings präsentiert Midori & Friends einmal jährlich ein eintägiges Kinder-Festival in New York City.
In Tokio hat Midori 2002 eine Organisation namens Music Sharing gegründet, die sich auf Instrumental- und Theorieunterricht für zum Teil behinderte Kinder und Jugendliche konzentriert, die an westlicher, klassischer sowie an der traditionellen japanischen Musik interessiert sind. Die international ausgewählten Teilnehmer arbeiten vor Ort in Schulen, Krankenhäusern und Jugendeinrichtungen und legen ihren Schwerpunkt auf intensive Zusammenarbeit mit dem Publikum. Das Programm wurde mehrfach außerhalb Japans durchgeführt, so in der Mongolei, in Vietnam, Kambodscha und Indonesien.
Mit ihrem Avery-Fisher-Preisgewinn (2001) rief Midori 2003 in den USA die gemeinnützige Organisation Partners in Performance ins Leben. Diese fördert aktiv die Verbreitung qualitativ hochrangiger Kammermusik auch in Orten abseits des normalen Konzertbetriebs. Seit 2004 gibt es überdies das Orchestra Residencies Program, bei dem Midori eine Woche mit einem Jugendorchester verbringt, das Verbindungen zu einem kleinen professionellen Orchester unterhält. Sie tritt mit beiden Orchestern auf und unterrichtet die jungen Musiker, nimmt an Konzerten teil und arbeitet mit beiden, um das gemeinschaftliche Kunstbewusstsein zu stärken.
Midoris Hingabe an die Bildung erstreckt sich über ihr gesellschaftliches Engagement bis hin zu Meisterklassen für junge Geiger auf der ganzen Welt. Dies kommt zu ihren Lehraufgaben an der University of Southern California Thornton School of Music hinzu, an der sie Einzelunterricht und Kammermusikklassen gibt und mit ihren Studenten innerhalb und außerhalb des Campus auftritt. Seit 2007 hat sie den angesehenen Jascha Heifetz Chair inne und ist Leiterin des String Departments. Seit 2006 gibt es ein neues Projekt mit Midori und Vadim Repin. Für Meet the Composer werden von einzelnen Spendern Solokompositionen von je vier Minuten Länge in Auftrag gegeben, die von Midori und Repin als Zugaben bei Konzerten, bei Fundraising Events, Promotionsveranstaltungen und gemeinschaftlichen Projekten aufgeführt werden. So spielte Midori im Februar zum Beispiel in San Francisco die Uraufführung von Pendereckis Capriccio.
So, 1. August, Marienkirche Angermünde
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