Ingo Metzmacher

Ingo Metzmacher beschließt mit dem Ende der Saison seine Position als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. In Hannover als Sohn des Cellisten Rudolf Metzmacher geboren, studierte Ingo Metzmacher in seiner Heimatstadt sowie in Salzburg und Köln Klavier, Musiktheorie und Dirigieren. Eine erste künstlerische Heimat fand er in Frankfurt beim Ensemble Modern, wo er zunächst als Pianist, dann als Dirigent engagiert war, sowie an der dortigen Oper unter Michael Gielen. Sein Durchbruch gelang ihm 1988 mit der kurzfristigen Übernahme der Premiere von Schrekers ›Der ferne Klang‹ in Brüssel. Es folgten zahlreiche Einladungen von bedeutenden europäischen und amerikanischen Opernhäusern und Orchestern. 1997 wurde er als Generalmusikdirektor an die Hamburgische Staatsoper berufen, wo er während acht Spielzeiten zahlreiche international beachtete Aufführungen, darunter viele in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Konwitschny, leitete. Zu den größten Erfolgen gehören ›Lohengrin‹, ›Wozzeck‹, ›Der Freischütz‹, ›Don Carlos‹ sowie ›Moses und Aaron‹. Die Zeitschrift Opernwelt ernannte das Hamburger Haus im Jahr 2005 zum ›Opernhaus des Jahres‹.

 
 

Danach war Ingo Metzmacher Chefdirigent an der Nederlandse Opera in Amsterdam. Zu den besonderen Verdiensten seines dortigen Wirkens zählen die Aufführungen von Henzes ›Die Bassariden‹ in der Regie von Peter Stein, Korngolds ›Die tote Stadt‹ und Schrekers ›Die Gezeichneten‹ mit dem Concertgebouw Orchester, ein Da-Ponte-Zyklus mit dem Regieteam Jossi Wieler und Sergio Morabito sowie Messiaens ›Saint François d’Assise‹ in einer Inszenierung von Pierre Audi, die in konzertanter Fassung auch bei den BBC Proms in London gezeigt wurde.
Seit Beginn seiner Karriere zeichnet sich die Arbeit Ingo Metzmachers durch eine innovative Programmgestaltung und den konsequenten Einsatz für die Musik des 20. Jahrhunderts aus. Besondere Erwähnung verdienen die Hamburger Silvesterkonzerte von 1999 bis 2004 unter dem Titel ›Who is afraid of 20th Century Music‹, die als Livemitschnitte auf CD erschienen sind, die Gesamtaufnahme der Symphonien von Karl Amadeus Hartmann für EMI mit den Bamberger Symphonikern, eine Aufführung von Luigi Nonos ›Prometeo‹ bei den Salzburger Festspielen, die Residenz als ›artiste étoile‹ beim Lucerne Festival, wo er unter anderem Bernd Alois Zimmermanns ›Requiem für einen jungen Dichter‹ dirigierte und die Uraufführung von Hans Werner Henzes 9. Symphonie mit den Berliner Philharmonikern.
Weitere Höhepunkte stellten die Auftritte am Pult der Wiener Philharmoniker dar, mit denen er im Rahmen ihrer traditionsreichen Abonnementkonzerte Messiaens ›Eclairs sur l’Au-delà…‹ zur Aufführung brachte sowie Gast bei der Salzburger Mozartwoche war. Als Pianist trat Ingo Metzmacher in den letzten Jahren zusammen mit Matthias Goerne und Christine Schäfer in der Wigmore Hall in London, bei der Schubertiade Schwarzenberg sowie bei den Salzburger Festspielen auf.
Seinem im Jahr 2005 bei rowohlt erschienenen Buch ›Keine Angst vor neuen Tönen‹, einem erfolgreichen Plädoyer für wegweisende Komponisten wie Charles Ives, Olivier Messiaen, Arnold Schönberg, Edgard Varèse, Karlheinz Stockhausen und John Cage soll im Herbst 2009 ein weiteres zum Thema Oper folgen.
Auf CD erschienen ›Von deutscher Seele‹ von Hans Pfitzner mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin beim Label ›Phoenix Edition‹ sowie ›Eclairs sur l’Au-Delà…‹ von Olivier Messiaen mit den Wiener Philharmonikern beim Label Kairos. Weitere Einspielungen zusammen mit dem Deutschen Symphonie- Orchester Berlin für ›Phoenix Edition‹ sowie eine Aufnahme von Schubert-Liedern mit Matthias Goerne und Ingo Metzmacher als Pianist für ›harmonia mundi france‹ sind in Vorbereitung.

So, 13. Juni, Erlöserkirche Potsdam

   

 

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